Verdi OTELLO
am Sonntag, den 18. April 2010
um 19 Uhr
Eintritt: 19 Euro
Libretto von Arrigo Boito
Salzburger Festspiele 2008
D/A 2008, 142 Minuten, ita.OmU
Wiener Philharmoniker, Riccardo Muti
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor, Thomas Lang
Inszenierung: Stephen Langridge
Bildregie: Peter Schöndorfer
Mit Aleksandrs Antonenko (Otello), Marina Poplavskaya (Desdemona), Carlos Álvarez (Jago), Stephen Costello (Cassio)
Auf der einen Seite expressive Oper, auf der anderen intimes Drama. In seinem Kern macht Verdis OTELLO zwei zerstörerische Emotionen sichtbar: Eifersucht und Neid. In diese Fallstricke der menschlichen Seele verfangen sich drei Außenseiter der Venezianischen Gesellschaft: Otello, Desdemona und Jago. In einer Welt voller Selbstzweifel, Begierden und Verletzbarkeit sind sich die drei Protagonisten bis zum tödlichen Ende ausgeliefert. Den unaufhaltsamen Sog ins Verderben vollzieht Verdis Musik bis ins Kleinste nach. Sie offenbart die Abgründe egoistischen Denkens, die Abhängigkeit des Individuums von der Anerkennung und seine Angst vor Einsamkeit und Tod.
Die Neuinszenierung der Salzburger Festspiele in Koproduktion mit dem Teatro dell'Opera di Roma wird von Stephen Langridge in Szene gesetzt. Seit den 90er Jahren hat sich der britische Regisseur mit zahlreichen außergewöhnlichen Arbeiten an internationalen Bühnen einen Namen geschaffen. Seine OTELLO-Interpretation zeugt von einem "aufgeklärten Realismus" (Welt), bleibt durchaus im Rahmen der klassischen Inszenierungsmuster und findet dabei immer wieder präzise Bilder für die Außenseiterposition des Helden und die tragische Dimension seiner Liebe.
Die eigentliche Sensation der letzten Salzburger Festspiele aber war die junge Marina Poplavskaya in der Rolle der Desdemona: "Ein Timbre wie Seide, Champagner und Sandpapier zusammen, eine große lyrisch-dramatische Sopranistin!" schrieb der Tagesspiegel. Ihr Partner ist der lettische Newcomer Aleksandrs Antonenko. Er kombiniert eine faszinierende Bühnenpräsenz mit einer großen Leichtigkeit im Timbre, das seinem Otello eine jugendliche Note verleiht.
Angetrieben wird das ganze vom ‚Motor' der Wiener Philharmoniker, denen Dirigent Riccardo Muti zu großer dramatischer Kraft verholfen hat.
Klassik im Kino: OTELLO














