Es ist vollbracht: Ohne allzu große Beeinträchtigung des Spielplans wurden Ende 2011 die drei Kinos im Schloßtheater sowie jene fünf im CINEPLEX, bei denen das noch nicht der Fall war, für digitale Projektionstechnik umgerüstet. Zusammen mit den seit Mitte 2009 nach und nach für Digital-3D eingerichteten Spielstätten verfügt Münster nun über 12 Kinosäle, die vorführtechnisch auf dem allerneuesten Stand der Dinge sind – und das wohl auch für eine recht lange Zeit bleiben werden. Es wurde hier nämlich im Hinblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen in jeder Beziehung und ohne Rücksicht auf die Kosten nur das Beste vom Besten angeschafft, das Flaggschiff CP4230 vom Marktführer für digitale Kinoprojektoren (weltweit schon 26.000 Installationen), der auch von James Cameron favorisierten kanadischen Firma CHRISTIE (2. Foto unten). Insgesamt haben sich die Münsterschen Filmtheater-Betriebe die Digitalisierung weit über 1 Million Euro kosten lassen und damit sichergestellt, dass Münster nicht nur von der Qualität seines Programmangebots, sondern auch von der Vorführtechnik her, die jegliche Standards um ein Vielfaches übertrifft, eine Top-Adresse in Deutschland bleibt – das waren wir unserem kinobegeisterten Publikum einfach schuldig.
Bei altgedienten Projektoren-Klassikern und auch bei den aktuellen analogen Vorführgeräten wird ein mehr oder weniger empfindlicher 35mm-Filmstreifen von relativ kleinen Spulen, später dann von großen vertikalen oder horizontalen Tellern bzw. ganzen Tellertürmen abgespielt, die neuen digitalen Projektoren werden von einer vergleichsweise kleinen Festplatte „gefüttert”. Da gibt es keine anfällige Mechanik mehr, die vielleicht rattert und klappert, da kann nichts mehr flackern, klemmen oder reißen.
Das in Münster verwendete brandneue CHRISTIE-Modell, das bisher erst in ganz wenigen Kinos zum Einsatz kommt, ist mit modernster 4K-Technologie ausgestattet. Diese Christie-Projektoren sind wesentlich lichtstärker als ältere Modelle und sorgen somit für ein besonders brillantes Bild, gerade bei 3D-Filmen. Generell wurden alle alten Leinwände im CINEPLEX gegen höher reflektierende ausgetauscht. In den Sälen 6, 8 und 9 stehen nun ebenfalls Projektoren, die von ihrer Leistungsmöglichkeit her viel Luft nach oben haben. Um auch weiterhin analoge Filmkopien abspielen zu können (z.B. wie demnächst wieder bei einem Stummfilm mit Live-Musik), bleiben in 5 Sälen die alten 35mm-Projektoren stehen. Durch die Digitalisierung wird in den umgerüsteten Kinos außerdem die Klangqualität noch einmal verbessert, dafür wurde die bestehende Technik im Bereich des Sound-Processing in allen Sälen noch ergänzt: In Zukunft kann dort auch 7.1-Sound gespielt werden, wenn die Filme entsprechend abgemischt sind.
Auch im Schloßtheater ist ab jetzt 3D-Projektion möglich, im Movie haben wir das ganz neue System Depth Q eingebaut, das speziell auf kleinere Säle zugeschnitten ist. Zusätzlich wurde im Movie eine komplett neue Soundanlage installiert, damit auch hier in Zukunft hochwertige Opern- oder Konzertübertragungen stattfinden können. Auch die drei nagelneuen Digital-Projektoren im Schloßtheater sind alle großzügig dimensioniert, um gerade unseren anspruchsvollen Filmkunst-Freunden ein perfektes Bild zu bieten. Und wer nun sagt, 3D müsse ja in einem Kunsthaus nicht auch noch sein: Wim Wender hat gerade mit Pina den ersten Europäischen Filmpreis für eine 3D-Produktion gewonnen …
Zusammenfassend kann man also Folgendes festhalten: Die Digital-Technologie, deren Einführung eigentlich von den Fim-Verleihern forciert wurde, um die Kosten für die Filmkopien einzusparen (bis zu 2.000 Euro pro Stück!), wirkt sich nun für den Kinobesucher äußerst positiv aus:
Nur durch Digitalprojektion ist das weiter zunehmende 3D-Kino möglich.
Das Bild ist auch bei 2D-Filmen schärfer und heller.
Die Qualität nimmt auch nach mehreren Wochen Spielzeit nicht ab,
weil keine Abnutzungserscheinungen an der Kopie auftreten
(Laufstreifen, Kratzer, Klebestellen nach Filmriss etc.)
Die Klangqualität gewinnt durch digitalen Ton ungemein.
Ein vermehrter Einsatz von zusätzlichen Originalfassungen ist möglich, mehr Live-Übertragungen und Sonderprogramme.