Kein Ort
( Kein Ort )
Deutschland, 2008, 89 min.
( Kein Ort )
FSK: Nicht bekannt
Genre: Dokumentation
KEIN ORT ist ein aufrüttelnder Dokumentarfilm, der – jenseits von spektakulären Flüchtlingsdramen – die alltäglichen Auswirkungen einer restriktiven Asylpolitik auf Flüchtlinge in der EU zeigt.
Filmbeschreibung
Der Tschetschenienkrieg ist fast aus unserem Bewusstsein verschwunden, doch nach wie vor herrscht dort die Gewalt. Der Konflikt hat sich über den gesamten Nordkaukasus ausgedehnt. Tausende Menschen sind auf der Flucht vor einer brutalen Diktatur des von Moskau installierten Despoten Ramzan Kadyrov. Die Europäische Union ist das Ziel vieler Flüchtlinge. Sie stellen hier die zweitgrößte Gruppe der Asylbewerber. Die Berliner Filmemacherin Kerstin Nickig erzählt in KEIN ORT vier sehr persönliche Geschichten von Asylsuchenden aus dem Nordkaukasus. Sie begleitete die Flüchtlinge ein Jahr lang beim Versuche, das “Asyl”-angebot der Genfer Konvention wörtlich zu nehmen. Die Flüchtlinge sind dabei ständig mit den Abwehrmechanismen der europäischen Asylpolitik konfrontiert. Das wirkt sich in Polen, Österreich, der Ukraine und Deutschland unterschiedlich aus, führt aber zum gleichen Resultat: Kein Ort. „Kein Ort“ ist ein aufrüttelnder Dokumentarfilm, der nicht nur an ein vergessenes Drama aus der jüngsten Vergangenheit erinnert, sondern auch klarmacht, dass das Europa unserer Zeit viel gespaltener ist als vor 100 Jahren. Und er beschäftigt sich mit der Frage, warum in Städten wie Berlin oder Wien, die sich gerne als Ost-West-„Drehscheiben“ sehen, nur Menschen willkommen sind, die Geld mit sich bringen. „Kein Ort“ zeigt Menschen, die jeden Tag ihr Existieren rechtfertigen müssen.