
Road to Guantanamo
Großbritannien, 2005, 95 min.
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Genre: Drama
Regie: Michael Winterbottom, Mat Whitecross
Mit:
Farhad Harun
Arfan Usman
Rizwan Ahmed
Waqar Siddiqui
War on Terror? Michael Winterbottom und Mat Whitecross erzählen die wahre Geschichte dreier Briten, die zwei Jahre lang unschuldig in der Hölle saßen. Silberner Bär in Berlin.
Filmbeschreibung
Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort und mussten dafür fürchterlich bezahlen. Road to Guantanamo ist ein spannender Doku-Thriller, der die unglaubliche Geschichte von vier Freunden erzählt, die im September 2001 das britische Tipton verlassen, um an einer Hochzeit teilzunehmen und Urlaub zu machen. Zweieinhalb Jahre später kehren drei von ihnen nach Hause zurück. Der vierte bleibt bis heute verschwunden. Die Geschichte der Männer wird durch Interviews, anhand von Nachrichtenmaterial und in nachgestellten Szenen nacherzählt.So schnell kann man zwischen die Fronten der Taliban und der USA geraten: Am 10. September 2001 kehrt Asif Iqbals Mutter aus Pakistan zurück. Sie hat eine Braut für ihren 19jährigen Sohn gefunden. Neun Tage später reist Asif in das kleine Dorf in der Nähe von Faisalabad im Pandschab, wo seine Zukünftige lebt. Seine Freunde Ruhel (19), Shafig (23) und Monir (22) kommen mit. Nach ein paar Tagen mit Sonnenbaden, Strand und Shopping fordert ein Iman die jungen Männer auf, nach Afghanistan zu reisen und dort humanitäre Hilfe zu leisten. Als sie in Kandahar eintreffen, fallen die ersten US-Bomben vom Himmel.
Nach einer wirren Odyssee durch ein Land, das im Chaos des Krieges versinkt, werden die vier von den Truppen der Nordallianz gefangen genommen. Monir bleibt bis heute verschwunden. Die anderen drei landen in der Hölle. Über zwei Jahre lang werden sie in Guantanamo als vermeintliche Terroristen verhört und gefoltert. Im Mai 2003 taucht ein Video einer Kundgebung auf, an der Osama bin Laden und Mohammad Atta, der Anführer der Flugzeugentführer vom 11. September, teilnehmen. Das FBI behauptet, alle drei auf dem Video zu erkennen. Der britische Geheimdienst MI5 kann diese Anschuldigungen entkräftigen. Shaquif, Asif und Ruhel sind unschuldig.
Wenn bei den Berliner Filmfestspielen die Vorführung eines Wettbewerbbeitrages, die um 9 Uhr in der Früh angesetzt ist, zu Prügeleien unter Journalisten führt, die aufgrund eines vollkommen überfüllten Saales nicht mehr ins Kino gelassen werden, dann kommt der Bär nicht umsonst zum Regisseur: Michael Winterbottom und Mat Whitecross wurden für ihren Mut, gesellschaftspolitischen Zündstoff in einen ebenso klugen wie spannenden Kinofilm zu verwandeln, mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet.











