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1907 - 2007 - 100 Jahre Kino in Bad Kreuznach

Heyms Saalbau um 1900


Im Dezember 1895 überraschten die Brüder Lumière erstmals das Pariser Publikum mit laufenden Bildern aus ihrem Cinématographe. Zwölf Jahre später durften auch die Bad Kreuznacher an diesem Wunder der Technik teilhaben. Gottfried Heym, der den Kinematographen auf dem Jahrmarkt kennen gelernt hatte, wollte die Neuheit für sein Lokal "Zum Freischütz" nutzen und läutete damit das Zeitalter des Filmtheaters in der Kurstadt ein. Am 16. November 1907 lud er erstmals in "Heyms Saalbau" zum "Kinematographen-Theater" ein.



Heyms Saalbau
Kino in Bad Kreuznach vor hundert Jahren - das waren flimmernde Schwarzweißbilder, die in einem ehemaligen Theatersaal vorgeführt wurden. Der Besucher saß an weiß gedeckten Tischen, aß, trank und schmauchte seine Zigarre, während ein Klavierspieler die Bilder musikalisch untermalte und im Hintergrund der Vorführapparat surrte.


Anzeige 1907


Was dort auf der Leinwand vor sich ging, wurde in Anzeigen als "Theater lebender Photographien" angepriesen.





Kammer mit fester Bestuhlung
Schon vier Jahre später reichte der Platz für Tische nicht mehr aus. Nach einem Umbau, mit dem die Namensänderung in "Union-Theater" einherging, saßen die Zuschauer in Stuhlreihen nebeneinander. Die erste feste Bestuhlung wurde dann nach dem ersten Weltkrieg montiert. Statt eines Klaviers sorgte mittlerweile ein mehrköpfiges Orchester oder ein Harmonium für die musikalische Begleitung.

Kreuzstraße 20erDie Filme damals waren nur wenige Minuten lang, weshalb an einem Abend sechs bis zehn verschiedene gezeigt wurden. Diese trugen so klangvolle Namen wie "Die alte Jungfer und der Weiberfeind" oder "Das schwarze Meer während eines Sturms". Kino war etwas Besonderes, es diente nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Information.

Foyer 30er
Die Menschen konnten teilhaben am Geschehen, mit denen sie im Alltag niemals in Berührung gekommen wären. Auch das Zwischenmenschliche kam schon damals nicht zu kurz, nannte man doch das Kino im Kreuznacher Volksmund "Knutschpalast"...


Kammer Lichtspiele
Bis heute ist das Kino im Familienbesitz geblieben. Der Gründer Gottfried Heym übergab es 1927 an seinen Sohn Hans Heym und dessen Schwester Elisabeth Sawatzki, die verschiedene Umbauten durchführten und es in "Kammer-Lichtspiele" umbenannten.


Front 1954
Weil Hans 1945 fiel, führte Elisabeth Sawatzki den Betrieb nach einer Periode französischer Zwangsverwaltung allein weiter und übergab ihn 1951 an ihren Sohn Karl-Heinz Sawatzki. Dieser riss den alten Saalbau ab und eröffnete am 09. Dezember 1954 die "Kammerspiele", ein hochmodernes Filmtheater mit 700 Plätzen.

Alte Kegelbahn
Doch dann übernahm das Fernsehen mehr und mehr die Aufgabe, die Menschen zu informieren und zu unterhalten. Die gute alte "Wochenschau" hatte ausgedient, der Kinoboom endete. Die Besucherzahlen gingen um 70 Prozent zurück, und etwa die Hälfte aller Kinos in Deutschland mussten schließen.



City bis 1985
Erst Anfang der 70er Jahre ging es langsam wieder aufwärts. 1972 entstand in der ehemaligen Kegelbahn des Lokals das "City", 1978 wurde der riesige Saal der "Kammerspiele" in "Kammer" und "Movie" unterteilt. Ab den 80er Jahren boomte Kino wieder.


Cineplex außen
Die Familie Sawatzki nutzte den Aufschwung zu einer Generalrenovierung, in deren Zug das Kino vom Vater Karl-Heinz auf Sohn Hans-Georg Sawatzki überging. Dieser erweiterte den Betrieb 1995 um zwei weitere Kinos und wählte den Namen "Cinemagic".


Cineplex Foyer

Doch damit nicht genug. Nach einem weiteren Neubau eröffnete am 15. Oktober 2001 das "Cineplex", das über sieben Kinosäle und 1250 Sitzplätze verfügt, ein hochmodernes Multiplexkino auf dem neuesten Stand der Technik.


Cineplex Pilon


2007 feiert die Familie Sawatzki das 100-jährige Jubiläum ihres Familienbetriebes. Die Verbindung von Tradition und Moderne drücks sich auch darin aus, dass das "Cineplex" noch immer an derselben Stelle in der Kreuzstraße steht, an der 1907 in "Heyms Saalbau" die ersten bewegten Bilder gezeigt wurden.






Herr HG Sawatzki




Die Familie Sawatzki und alle Mitarbeiter der Kinobetriebe Sawatzki wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt im Cineplex Bad Kreuznach!








Geschichtsüberblick mit Bildern (.pdf)

Bad Kreuznach - Cineplex Bad Kreuznach Schliessen
Programmauskunft und Reservierung: 01805 - 54 66 54 (Kino KH)*
*0,14 €/Min. aus dem Festnetz, max. 0,42 €/Min. aus den Mobilfunknetzen