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Do, 23. Jan 2020

Event: SchulKinoWochen 2020


Vom 23. Januar bis 29. Januar 2020 nehmen wir wieder an den SchulKinoWochen NRW teil, die ein vielfältiges Filmprogramm mit konkreten Bezügen zu den Lehrplänen präsentieren.

Für Filmvorführungen im Rahmen der SchulKinoWochen zahlen angemeldete Schülerinnen und Schüler nur 3,50 Euro, begleitende Lehrerinnen und Lehrer haben freien Eintritt.
Das Filmprogramm
 
Das von Medien- und Filmpädagogen/innen ausgesuchte Filmprogramm ist abgestimmt auf Unterrichtsfächer und lehrplanrelevante Themen. Gefragt sind dabei die filmische Auseinandersetzung und die Förderung von Filmkompetenz der Schülerinnen und Schüler. Damit die Filme aus dem Programm der SchulKinoWochen optimal im Unterricht vor- und nachbereitet werden können, stehen kostenfreie Unterrichtsmaterialen diverser Institutionen zur Verfügung.
 
Alle Infos und Termine der SchulKinoWochen, inkl. Anmeldemöglichkeiten, finden sich unter www.schulkinowochen.nrw.de. Alternativ erreichen Sie das LWL Medienzentrum Westfalen auch unter der Rufnummer 0251 591-3055 oder per E-Mail: [email protected]
 
 
Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer
2. - 6. Klasse
 
"Das Land, in dem Lukas der Lokomotivführer lebte, hieß Lummerland und war nur sehr klein." Mit diesen Worten aus dem Kinderbuchklassiker von Michael Ende beginnt auch die Geschichte im Film. Jim Knopf, der als Baby in einem Paket eintrifft, passt gerade noch hinein. Doch als er Teenager wird, stellt der verwirrt regierende König Alfons fest: Überbevölkerung! Dampflok Emma oder Jim - eine*r muss weg. Lukas und Jim fliehen vor dem Dilemma, stechen mit Emma in See und erleben eine ebenso spannende wie fantastische Reise. Die mandalanische Prinzessin Li Si, just von derselben Bande entführt, die auch Jim Knopf verschickte, befreien sie schließlich aus den Klauen der Drachenlehrerin Mahlzahn. Zurück in Mandala lüftet die Lehrerin ein Geheimnis: Jeder Drache, der besiegt wird und dabei am Leben bleibt, wird weise. Dank der so geläuterten Frau Mahlzahn kann Lummerland elegant vergrößert werden, so dass alle – inklusive der inzwischen mit Jim Knopf verlobten Li Si – darauf Platz haben.
 
Der Film vermag gerade jüngere Kinder visuell zu überwältigen. Einerseits bleiben starke Bilder noch lange in Erinnerung, andererseits können diese die Aufmerksamkeit von der erzählten Geschichte und damit auch von der Botschaft des Films abziehen. Während man mit älteren Kindern die Stationen der Heldenreise im Unterricht durchaus noch mal nachvollziehen kann, empfiehlt sich für jüngere ein eher szenebezogenes Arbeiten, etwa zu der Frage, warum der Scheinriese Tur Tur allein in der Wüste lebt oder Halbdrache Nepomuk ausgegrenzt wird. Zudem können die Naturphänomene Echo, Fata Morgana, Schnee und Vulkane aufgegriffen werden.
 
Themen: Anderssein, Außenseiter, Freundschaft, Mobbing, Vielfalt, Mut, Zusammenhalt, Kommunikation, Angst, Schein und Sein, Ernährung, interkulturelle Erziehung, Gefühle, Kindheit, Naturphänomene, Medien, Filmemachen
Fächer: vorfachlicher Unterricht, Deutsch, Sachkunde, Kunst, NaWi, Biologie, Erdkunde, Lebenskunde, Ethik, Religion, Technik, Gesellschaftswissenschaften fächerübergreifend: Medienkompetenz, Demokratieerziehung
Länge: 105 Min | FSK: ab 0 Jahre, empfohlen ab 7 Jahren
 
 
 
 
Rocca verändert die Welt
3. - 6. Klasse
Die elfjährige Astronautentochter Rocca reist vom Weltraumbahnhof Baikonur nach Hamburg zu ihrer Großmutter. Die soll, während Roccas Vater mit der ISS durchs All fliegt, auf das Mädchen achtgeben und Rocca zum ersten Mal in ihrem Leben eine normale Schule besuchen. Doch alles kommt anders: Rocca landet das Flugzeug, mit dem sie anreist, selbst, weil die Piloten eine Fischvergiftung haben- der Taxifahrer fährt ein Eichhörnchen an und Rocca rettet es. Bei ihrer Oma stellt sich heraus, dass diese nichts von Rocca wissen will. Am Tag der Einschulung landet die Großmutter nach einem Zusammenstoß mit dem Eichhörnchen im Krankenhaus. Jetzt ist Rocca auf sich allein gestellt, was für sie kein Problem ist, für Schuldirektor Klein und Frau Hartholz vom Jugendamt aber schon. Energisch setzt Rocca alles daran, nicht in eine Pflegefamilie zu müssen. ROCCA VERÄNDERT DIE WELT erzählt von einem unkonventionellen Mädchen, das vormacht, wie sich Probleme lösen lassen.
Da sie auf dem Weltraumbahnhof aufgewachsen ist, hat Rocca als Kind eine besondere Sozialisation genossen: frei von Konvention, interkulturell, vorurteilsfrei, Technik-affin, lösungsorientiert, pragmatisch, zupackend, mutig und neugierig. Der Blick von außen auf unsere Gesellschaft gibt dieser modernen Pippi Langstrumpf und damit auch den Schüler*innen die Möglichkeit, Konventionen und gesellschaftliche Verhältnisse zu hinterfragen, die den übrigen Figuren (wie auch den Zuschauer*innen) selbstverständlich und alltäglich sind. Der Film thematisiert zudem negative Aspekte der sozialen Medien wie Mobbing, zeigt aber auch, dass es möglich ist, sich in sozialen Netzwerken für wichtige Themen zu engagieren.
 
Thema: Mut, Lebensfreude, Familie, Freundschaft, Obdachlosigkeit, soziale Medien, Mobbing
Unterrichtsfächer: Ethik/Lebenskunde, Fächerübergreifend: Soziales Lernen, Deutsch, Gemeinschaftskunde
Länge: 101 Min | FSK: ab 0 Jahre, empfohlen ab 8 Jahren
 
 
Der Junge muss an die frische Luft
ab 7. Klasse
Recklinghausen, um 1970: Im Hause Kerkeling ist Humor seit jeher Familien- und vor allem Frauensache. Zwei Großmütter, mehrere Tanten und die gesamte Nachbarschaft liefern Hans-Peter, genannt Hape, von klein auf Stoff für seine beliebten Parodien. In der feierfreudigen Großfamilie geht es oft hoch her. Sich seines Talents voll bewusst, verfolgt der Junge allerdings ein ernstes Ziel: Er will die Depressionen seiner Mutter vertreiben, indem er sie zum Lachen bringt. Als das misslingt und sie sich das Leben nimmt, ist er am Boden zerstört. Doch die Familie lässt Hape nicht hängen. Weil der Vater meist arbeitet, springen die betagten Großeltern ein. Als sie unter seiner Regie auch noch das Jugendamt überlisten, schöpft Hape neuen Lebensmut. Der Karriere als TV-Entertainer steht nichts mehr im Weg. Auch wenn Loriot erst einmal absagt.
Auch ohne tieferes Wissen um die prominente Hauptfigur lassen sich die wesentlichen Merkmale dieser außergewöhnlichen Biografie entschlüsseln. Die Schüler*innen können darlegen, inwieweit Komik auch in ihrem Umfeld der Konfliktbewältigung dient. Im Fall Kerkelings, der 1991 gegen seinen Willen als homosexuell geoutet wurde, beinhaltet diese humoristische Herangehensweise auch das Spiel mit Geschlechterrollen. Die sensible Darstellung im Film ermöglicht eine offene Diskussion des Themas, zum Beispiel über den Unterschied zwischen Performance und Identität. Mittels der Themen Heimat und Dialekt – hier am Beispiel des Ruhrgebiets – können die Jugendlichen erörtern, wie ihre Heimat in der Regel im Film präsentiert wird und was man dadurch über Menschen erfährt. Anhand Hapes unbeirrbarem Willen zur Berühmtheit kann schließlich diskutiert werden, wie sich die medialen Voraussetzungen für eine Promi-Karriere seit damals verändert haben.
 
Thema: Biografie, Geschichte, Familie, Kindheit, Gender/Geschlechterrrollen, Tod/Sterben, Medien
Unterrichtsfächer: Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Kunst, Musik
Länge: 100 Min | FSK: ab 6 Jahre, empfohlen ab 12 Jahren
 
  
Die Goldfische
ab 8. Klasse
 Oliver ist erfolgreicher Portfoliomanager, für den nur Prestige und Geld zählen. Als er nach einem selbst verschuldeten Autounfall querschnittsgelähmt zur Reha muss, ist sein größtes Problem in diesem „Behindertengefängnis“ das schlechte WLAN. Auf der Suche nach besserem Empfang landet er zufällig in einer inklusiven Wohngemeinschaft, die von der optimistischen Laura geleitet wird. Oliver versucht die schräge „Goldfisch-Gruppe“ für seine Zwecke zu missbrauchen, denn das deutsche Finanzamt hat von seinem Züricher Bankschließfach erfahren. Er schmiedet einen Plan: Er lädt die Gruppe zu einer Kameltherapie in der Schweiz ein und nutzt den Ausflug als Cover, um sein Schwarzgeld sicher über die Grenze zu bringen. In einem Minibus macht sich die Chaostruppe um die blinde Zynikerin Magda und den Autisten Rainman auf den Weg und natürlich läuft nicht alles so, wie von Oliver erhofft.
 
Der Film bietet verschiedene Ansatzpunkte für eine Diskussion über den Umgang mit Menschen mit Behinderungen und die Erwartungshaltungen, die ihnen gegenüber bestehen. Statt sich den Figuren mit dem Mitleid zu nähern, das viele auch im Alltag befangen macht, befreit sich die Komödie von dem Anspruch der politischen Korrektheit. Die Frage ob über Menschen mit Behinderung gelacht werden darf, wird hier erfrischend bejaht. Die Protagonist*innen werden nicht auf ihre unterschiedlichen Handicaps reduziert, sondern dürfen eigene Wünsche, Träume und Eigenarten haben.
 
Themen: Menschen mit Behinderung, Vorurteile, Identität, Außenseiter, Inklusion, Stereotypen & Repräsentation, Pflege
Fächer: Deutsch, Ethik, Sozialkunde, Wirtschaft, Psychologie, Pädagogik, Berufsorientierung
Länge: 112 Min | FSK: ab 12 Jahre, empfohlen ab 13 Jahren
 
 
 
 
Systemsprenger
ab 11. Klasse
 
Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei Mama wohnen. Doch die hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Nora Fingscheidt inszeniert ein Drama über die unbändige Sehnsucht eines Kindes nach Liebe und Geborgenheit und das darin liegende Gewaltpotenzial. Zugleich beschreibt der Film die unermüdlichen Versuche von Erzieher*innen und Psycholog*innen, mit Respekt, Vertrauen und Zuversicht eine Perspektive für Kinder zu schaffen, die durch ihre unvorhersehbaren Ausbrüche andere und sich selbst zu zerstören drohen
 
 
Themen: Kindheit, Kinder, Verantwortung, Familie, Außenseiter, Sozialarbeit, Gesellschaft. Erziehung
Fächer: Deutsch, Religion, Werte und Normen, Psychologie, Sozialkunde, Fächerübergreifend: Soziales Lernen, Gesellschaftslehre
Länge: 120 Min | FSK: ab 12 Jahre, empfohlen ab 16 Jahren
 
 

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