American Psycho
Patrick Bateman ist der prototypische Yuppie der 1980er Jahre: erfolgreich, geschniegelt, kontrolliert. Sein Alltag besteht aus Routinen, Statussymbolen und der ständigen Angst, nicht zu genügen oder verwechselt zu werden. Gefühle erscheinen ausschließlich als Oberfläche, Identität als austauschbare Maske. Harrons Film beschreibt Männlichkeit als Performance, gespeist aus Konsum, Konkurrenz und Gewaltfantasien. Das Innere der Figur bleibt dabei leer und unzugänglich. Inspiriert von dem Roman des queeren Autors Bret Easton Ellis, dessen bewusst monotone Passagen die innere Leere der Figur betonen, übersetzt Harron diese Leere in eine Mischung aus Komödie und Horror. Gerade durch ihre Überzeichnung ist die Verfilmung so absurd und zugleich so verführerisch, dass die Figur Patrick Bateman bis heute von Teilen einer jungen, männlichen Internetkultur als Identifikationsfigur gefeiert wird.