Bayreuther Festspiele 2010: Lohengrin (Aufz.)

Keine Spielzeiten

Als ''der Ratten-Lohengrin'' ist diese Inszenierung in die Annalen der Bayreuther Festspiele eingegangen. Dabei geht es gar nicht um Ratten, sondern um uns. Um unsere Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe – eine Utopie, an der der hoffnungslose Idealist Lohengrin scheitert. Um die vergebliche Suche nach dem Glück, um den Kampf der Geschlechter, das ewige Hin und Her zwischen Anziehung und Abstoßung. Und, ja, auch um uns Menschen als verunsicherte Herdentiere, die ihr Fähnchen nach dem Wind hängen, die nach Halt, nach einer Leitfigur suchen – eben wie bemitleidenswerte Laborratten. Hans Neuenfels provoziert nicht, vielmehr trägt seine Inszenierung tatsächlich klassische Züge. Das beginnt schon bei Reinhard von der Thannens Bühnenbild mit seinen klaren geometrischen Formen, dem schlichten Laborweiß, den übersichtlichen Requisiten. Das setzt sich fort in der Choreographie des Ratten-Chors, dessen possierliches Trippeln das schwer erträgliche Säbelrasseln mancher Texte augenzwinkernd unterläuft.

Cast & Crew
OT: Bayreuther Festspiele 2010: Lohengrin (Aufz.)
Regie: Hans Neuenfels
Mit: Klaus Florian Vogt, Annette Dasch, Georg Zeppenfeld
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