Celtic Utopia

Keine Spielzeiten
Läuft in

Irland scheint aus einem Dornröschenschlaf erwacht zu sein. Während sich das verhasste England mit dem Jahrhunderteigentor namens Brexit selbst ins Aus befördert hat, stürmen irische Bands wie Fontaines D.C. und Kneecap die internationalen Bühnen und Charts, alldieweil plötzlich irische Nationalisten im nordirischen Parlament den Ton angeben. Und auf der grünen Insel erlebt zugleich mit der Renaissance der eigenen keltischen Sprache die Irish Folk Music eine ungeahnte Wiedergeburt, die aber nur noch wenig mit den klassisch-konservativen Klischees zu tun hat, sondern sich vielmehr bei Hip und Trip Hop bedient, sich durch Punk und Post Punk wildert und nicht einmal mehr vor Electroclash halt macht. Das Regisseurduo Dennis Harvey und Lars Lóven widmet sich in seinem Dokumentarfilm CELTIC UTOPIA eben dieser neuen irischen Folk-und Indie-Szene und porträtiert dabei sowohl eher traditionell klingende Bands wie Lankum und The Mary Wallopers, als auch Acts, die vermeintlich gar nichts mehr mit endloser Fiddelei und Gallonen von Guinness zu tun haben, wie die düster-trippige Róis, das RnB-Duo Negro Impacto oder den urbanen Punk-Poeten Jinx Lennon.  Vor dem Hintergrund der kolonialen Geschichte Irlands und vor allem des scheinbar unlösbaren Nordirland-Konflikts zeichnet CELTIC UTOPIA ein vor Lebendigkeit sprühendes, bisweilen erstaunlich heiteres, dann wieder in tiefste Melancholie versinkendes filmisches Porträt eines aufblühenden Landes, seiner Sprache und seiner zeitgenössischen (Folk und Indie-)Musik.  Ein skizzenhafter, bisweilen wüster, aber immer bewegender Film, der sich alle Mühe geben muss, um die überbordende Kreativität der von ihm porträtierten Künstler*innen und Bands einzufangen, so dermaßen viel scheint in Irland gerade im Auf-und Umbruch zu sein. (Text: Gleis 22)

Cast & Crew
OT: Celtic Utopia
Regie: Dennis Harvey, Lars Lovén
Mit: Young Spencer, The Mary Wallopers, Jinx Lennon, Negro Impacto
Cast & Crew

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