Der Geschmack der Kirsche

Keine Spielzeiten

Der Kinopoet Abbas Kiarostami schuf eine schlichte, aber gewaltige Reflexion über die menschliche Sterblichkeit. Ein Film von spiritueller Tiefe, dessen Ende noch lange nachwirkt.

Ein Mann fährt über holprige Wege, getrieben von einem düsteren Vorhaben: Er sucht einen Fremden, der ihm gegen Bezahlung den letzten Dienst erweist und sein Grab schließt, sobald er sich das Leben genommen hat. Drei Männer nimmt Badii in seinem Auto mit: einen kurdischen Soldaten, der vor ihm wegläuft, als er ihm von der Arbeit erzählt; einen afghanischen Seminaristen, der es aus religiöser Überzeugung ablehnt, ihm zu helfen, sowie den aserbaidschanischen Tierpräparator Bagheri, der ihn zwar von seinem Vorhaben abbringen will – er erzählt davon, dass er einen eigenen Suizidversuch verworfen hat, als er eine Maulbeere gegessen hat –, ihm aber schließlich helfen will, weil er das Geld für sein krankes Kind benötigt. // Der Film hatte seine Uraufführung im Mai 1997 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo er aufgrund von Problemen mit der Zensur in seinem Produktionsland und nach Bemühungen französischer und anderer iranischer Filmemacher in letzter Minute in der Wettbewerbssektion gezeigt wurde. Die Jury zeichnete den Film mit der Goldenen Palme aus.

Cast & Crew
OT: Ta’m e guilass
Regie: Abbas Kiarostami
Mit: Homayoun Ershad, Ali Moradi, Afshin Bakhtiari, Abdolhossein Bagheri
Cast & Crew
Goldene Palme Filmfestival Cannes

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