Der Ruf
Professor Mauthner folgt nach langen Jahren des Exils 1948 einer Berufung als Professor an eine Universität in Deutschland und will zu seiner Lehrtätigkeit zurückkehren. 1933 emigrierte er in die USA und schützte sich als Jude vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Seine Rückkehr ist geprägt von Hoffnung auf Versöhnung, aber auch von Zweifeln und Enttäuschungen. Warnungen vor einem weiterhin antisemitischen Deutschland und sein Heimweh lasen ihn dieses Wagnis eingehen. Er nimmt seine Lehrtätigkeit wieder auf, aber Ablehnung und feige Intrigen reaktionärer Kollegen und Studenten machen ihm die Rückkehr streitig. Das Drehbuch geht auf Fritz Kortner, der sich ebenfalls vor den Nazis in den USA schützte, zurück und hat semi-autobiografische Züge. Der Film wird als das wohl bedeutendste, psychologisch stimmigste Filmdokument deutscher Remigration bezeichnet und setzt sich intensiv mit den moralischen und gesellschaftlichen Folgen der Zeit des Nationalsozialismus auseinander und zeigt, wie schwierig der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg war. Er schildert die weiterhin bestehenden Repressionen alter Nazi-Seilschaften in der Nachkriegsordnung.