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Ein deutsches Leben

  • Österreich, 2016
  • 113′
  • FSK 12
  • Dokumentarfilm
  • OT: Ein deutsches Leben
  • Regie: Florian Weigensamer, Olaf S. Müller, Christian Krönes
  • Mit: Keine Angabe

Brunhilde Pomsel bezeichnet sich selbst als Randfigur. Dabei kam
sie einem der größten Verbrecher der Geschichte so nah wie kaum
jemand sonst: Von 1942 bis April 1945 arbeitete sie im Reichspropagandaministerium
als persönliche Stenographin von Joseph
Goebbels. Noch in den letzten Kriegstagen, nach Goebbels Suizid,
tippte sie im Bunker Schriftsätze und wurde unmittelbare Zeugin des
"Untergangs". In EIN DEUTSCHES LEBEN spricht sie erstmals umfassend
über ihre persönlichen Erfahrungen im engsten Zirkel um Hitlers
größten Hetzer und Massenverführer, über ihre Zweifel, Ängste
und ihr Schuldbewusstsein. Der Film ist zugleich ihr letztes Zeugnis:
Im Januar 2017 verstarb Brunhilde Pomsel im Alter von 106 Jahren.
Die im konzentrierten Schwarz-Weiß gehaltenen Interview-Passagen
werden durch neu erschlossenes Archivmaterial aus dem
US Holocaust Memorial Museum und dem Steven Spielberg Film
and Video Archive ergänzt. Ausschnitte aus Nachrichten- und "Aufklärungs"-
Filmen der verschiedenen kriegsführenden Nationen vermitteln
ganz bewusst einseitige und subjektive Informationen und
reflektieren so die Wirkung von Propaganda auf einer zeitdokumentarischen
Ebene.
Die Erinnerungen Pomsels sind in Zeiten, in denen Populisten in aller
Welt immer mehr Zuspruch erhalten und rechtes Gedankengut vor
allem in Europa wieder um sich greift, von beklemmender Aktualität.
Ihre Lebensgeschichte beleuchtet die Banalität des Schreckens, konfrontiert
uns mit der brisanten Frage nach der Verantwortung des
Einzelnen für das politische Zeitgeschehen und ist eine eindringliche
Warnung aus der Vergangenheit an künftige Generationen. (Quelle: Verleiher)

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