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Neufahrn

Nathan der Weise

  • Deutschland, 1922
  • 123′
  • FSK 0
  • Stummfilm / Literaturverfilmung
  • OT: Nathan der Weise
  • Regie: Manfred Noa
  • Mit: Carl de Vogt, Lia Eibenschütz, Fritz Greiner, Werner Krauss, Margarete Kupfer

Gotthold Ephraim Lessing veröffentlichte sein "dramatisches Gedicht" 1779 als direkte Reaktion auf Angriffe aus orthodoxen religiösen Pastorenkreisen, denen er sich als Herausgeber eines religionskritischen Werkes von Samuel Reimarus ausgesetzt sah. Er siedelte seine Geschichte im Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge an, wo Christen, Juden und Muslime unmittelbar aufeinandertrafen. Sie droht im Religionskonflikt tragisch zu enden, doch der Titelfigur gelingt es durch Einsicht und Klugheit, eine Versöhnung der Glaubensgruppen herbeizuführen. Lessings Drama ist als "humanistisches Manifest", das für die "Toleranz des Glaubens und die Freiheit des Geistes" eintritt, in die deutsche Literaturgeschichte eingegangen. Drehbuchautor Hans Kyser hat das Drama geschickt in kinowirksame Szenen aufgelöst und die bei Lessing erst am Schluß des Dramas aufgelöste Vorgeschichte als wuchtigen Prolog vorangestellt. Manfred Noa nutzte die Kreuzzugsschlachten und das exotische Ambiente für visuell eindrucksvoll gestaltete Massenszenen. Als Hauptdarsteller brillierten erfahrene Schauspieler aus anderen Erfolgsfilmen, so Werner Krauß (Das Cabinet des Dr. Caligari von Robert Wiene) als Nathan und Carl de Vogt (Die Spinnen von Fritz Lang) als junger Tempelherr. Wie im zugrunde liegenden Drama endet die emotionsgeladene Inszenierung im leidenschaftlichen Appell an die Vernunft und für die Toleranz gegenüber Andersgläubigen.

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