Nova'78
Vom 30. November bis 2. Dezember 1978 fand sich im „Entermedia Theatre“ im New Yorker East Village unter dem Titel „Nova Convention“ die Konklave der US-amerikanischen Gegenkultur ein, um ihrem Papst William S. Burroughs zu huldigen. Im Publikum: Beatniks, Hippies und Punks friedlich vereint. Auf der Bühne: Lesungen, Performances, Konzerte und Podiumsdiskussionen. Mit dabei: Eine Klarinette spielende Patti Smith; Frank Zappa, der aus ''Naked Lunch'' rezitiert; ein orgelnder Philip Glass, der für Keith Richards einspringen muss und dafür ausgebuht wird; John Cage, der James Joyce verfremdet; Laurie Anderson, die elektronische Musik pioniert. Das Staraufgebot ist derart groß, dass am Eingang angeschlagen steht, wer NICHT da ist. Über ein Vierteljahrhundert lang galt das grobkörnige 16mm-Filmmaterial über die ''Nova Convention'' als verschollen, bis es in einem aufwändigen, 12 Jahre dauernden Prozess, wiederentdeckt und restauriert wurde. Die Tonspur fand man beim damals erst am Anfang seiner Filmkarriere stehenden Jim Jarmusch, der hier auch vor der Kamera zu sehen ist. Angereichert mit Aufnahmen aus der „Punk Ära“ des damals bankrotten, aber hippen New York, ist NOVA ‘78 ein sehenswertes Zeitporträt, das uns aus heutiger Sicht beneidenswert quicklebendig vorkommt.